- Normvariante BWS-Kyphosewinkel 15 bis 25 Jahre etwa 30° Cobb
- Patient ohne Korsett: 70° Cobb.
- Patient im Korsett: 50° Cobb. = 50 % Korrektur
- Patient im Korsett: 30°Cobb = 100 % Korrektur
- Patient im Korsett: 20° Cobb = 10° Überkorrektur

Aufrichte-Korsett dynamisch
Indikation
- Kyphosen im thorakalen Bereich Th10-L 1
- Morbus Scheuermann
Eigenschaften
- Aufrichtung der Kyphose mit Bauchpresse und verstellbarer
Thorakalpelotte
Eine geringe Überkorrektur zu erreichen ist sinnvoll, da nach Ablegen des Korsettes ein „Rückfedern“ der Wirbelsäule zu erwarten ist. Es hängt von der Tragedauer, der Intensität der Selbstaufrichtung und vom Trainingszustand der autochthonen Rückenmuskulatur ab, wie stark oder wie wenig der Patient nach Ablegen des Korsettes in die Kyphose-Fehlstatik zurücksinkt. Bei guter Compliance können gute Aufrichtungs- und Heilungserfolge erreicht werden. Dann ist die Prognose bei M. Scheuermann positiv.
Eine operative Aufrichtung der Wirbelsäule ist nur in extremen Ausnahmefällen über 70° Kyphosewinkel und bei starken, mit konservativen Methoden therapieresistenten Schmerzen angezeigt. Die Operation erfolgt durch ventrale Entfernung der verschlissenen Bandscheiben, Einfügen von Knochensegmenten aus dem Beckenkamm oder den Rippen statt der Bandscheiben, Aufrichtung durch Entfernung von dorsalen Knochenkeilen (Osteotomie) und Fixation durch Stabimplantate aus Titan oder Edelstahl, die mit Pedikelschrauben in den Wirbelkörpern verankert werden.
Auch ausgeprägte Befunde auf dem Röntgenbild können beschwerdefrei bleiben und schränken die Belastbarkeit nicht notwendigerweise ein. Dagegen kann es bei weniger ausgeprägten Befunden zu erheblichen Schmerzen und Haltungsproblemen kommen: Ein Zusammenhang zwischen Schmerz und Schweregrad des Befundes M. Scheuermann besteht also (ähnlich wie bei Skoliose) nicht.



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