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Diagnose

Die Diagnose (griechisch διάγνωση, jeweils heutige Aussprache diágnosi, wörtlich „die Durchforschung“ im Sinne von „Unterscheidung“, „Entscheidung“; aus δια-, dia-, „durch-“ und γνώση, gnósi, „die Erkenntnis“, „das Urteil“) ist in Berufen der Gesundheit wie Medizin, Pflege, Physiotherapie oder der Psychologie die genaue Zuordnung von Befunden - diagnostischen Zeichen oder Symptomen - zu einem Krankheitsbegriff oder einer Symptomatik.
Die Diagnose wird zunächst durch den typischen klinischen Befund
gegeben. Der dazu passende Röntgenbefund in der seitlichen Aufnahme, oft
Rückenschmerzen und das passende Alter bestätigen die Diagnose. Häufig wird M.
Scheuermann als Zufallsbefund bei Thorax-Röntgenbildern diagnostiziert.
Für eine sorgfältige Diagnose bei Scheuermannscher Krankheit ist eine sagittale
(seitliche) Ganzwirbelsäulenaufnahme erforderlich, bei der der Kyphose- und
Lordosewinkel nach COBB vermessen wird. Bei der über die Norm hinausgehenden
Kyphose der Brustwirbelsäule kommt es kompensatorisch zu einer Hyperlordose der
Lendenwirbelsäule, der klinische Befund zeigt hier eine Hohlkreuzposition. Auch
die betroffenen Keilwirbel sollen benannt und in ihrem Keilwinkel vermessen
werden. Wirbelkörper mit Normabweichungen sollten benannt und beschrieben werden
(z. B. „Schmorlscher Knoten, 7 mm Durchmesser, in Deckplatte WK Th 5 Keilung
15°, ventrale Randeinbrüche“). Die Fixierung oder Restbeweglichkeit der
Wirbelsäule ist durch eine Vermessung nach SCHOBER und OTT zu dokumentieren. Die
Aufrichtung der Kyphose in Rutschhalte und tiefer Rutschhalte sind Anhaltswerte
für die konservativ erreichbaren Therapieergebnisse. Ohne sorgfältige Diagnose
und Dokumentation der Messwerte ist die Beobachtung und Prognostik der
Progredienz (Verschlechterungstendenz) nicht möglich.
Bei Erwachsenen mit M. Scheuermann und Schmerzproblemen sollten
differenzialdiagnostisch Morbus Bechterew und ähnliche Erkrankungen des
rheumatischen Formenkreises sowie Osteoporose ausgeschlossen werden.
Differentialdiagnostisch kann es zu Verwechselungen mit Chorda–Rückbildungsstörungen
kommen. Diese klinisch harmlose Normvariante äußert sich in zentralen
Deckplattenverformungen, die keinen Einfluss auf die Statik der Wirbelsäule und
keinen Krankheitswert haben, auf dem Röntgenbild aber mit Schmorlschen Knötchen
verwechselt werden können.
Pathologische Zeichen an der seitlichen Wirbelsäule:

Pathologische Zeichen an der seitlichen Wirbelsäule:
Elfenbeinwirbel:
Osteopetrosis
Morbus Paget
Fluorose
Lymphom
Osteomyelosklerose
osteoblastische Metastasen
Dorsale Einbuchtung:
Intrakranielle Drucksteigerung
Syringomyelie
Spinalkanaltumor
Neurofibromatose
Vergrößerter Wirbeldurchmesser:
Morbus Scheuermann
Akromegalie
benigner Knochentumor
Kompressionsfraktur
fibröse Dysplasie
Lymphom
Morbus Paget
Vergrößerte Wirbelhöhen:
Marfan Syndrom
angeborene Blockwirbel fleckige Sklerosierungen:
Bandscheibenerkrankung
Fraktur
Hämangiom
Osteomyelitis
renale Osteodystrophie
Sarkoidose
Anteriore Einbuchtung:
Aortenaneurysma
Lymphom
Kastenwirbel:
Spondylitis ankylosans
Morbus Paget
Arthritis psoriatica
Reiter Syndrom,
Rheumatoide Arthritis
Bandscheibenverkalkung:
Bandscheibendegeneration
posttraumatisch
Spondylitis ankylosans
Gicht
Sandwichwirbel:
Osteopetrose
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