Wirbelanatomie
Wirbelkörper
Die Wirbelkörper (Corpus vertebrae) sind untereinander über die Bandscheibe symphytisch verbunden und über zwei Bänder (Ligamentum longitudinale dorsale und ventrale) untereinander verbunden.
Wirbelbogen
Der Wirbelbogen (Arcus vertebrae) ist ein knöcherner Bestandteil
eines jeden Wirbels der Wirbelsäule. Er beginnt beidseits mit einem „Füßchen“ (Pediculus
arcus vertebrae), die sich in der Bogenplatte (Lamina arcus vertebrae)
vereinigen.
Er umschließt bogenförmig die Rückenseite (dorsal) des Wirbellochs (Foramen
vertebrae). Die Bauchseite (ventral) des Wirbelloches wird vom Wirbelkörper
gebildet. Die aneinander gereihten Wirbellöcher der einzelnen Wirbel bilden in
der Wirbelsäule den längs verlaufenden Wirbelkanal, in den das Rückenmark
eingebettet und so gegen äußere Einwirkungen geschützt ist.
Querfortsatz
Der paarige Querfortsatz (Processus transversus) dient zum
Ansatz von Bändern (z. B. Ligamenta intertransversarii) und Muskeln. Bei den
Brustwirbeln bilden die Querfortsätze auch eine gelenkige Verbindung zur
gleichzahligen Rippe.
Die Querfortsätze des 6. bis 1. Halswirbels sind in Längsrichtung durch ein Loch
(Foramen transversarium) durchbohrt. Diese Löcher bilden in ihrer Gesamtheit
einen Kanal (Canalis transversarius), durch den die Arteria und Vena vertebralis
sowie der Nervus vertebralis ziehen.
Bei Blockaden werden die Querfortsätze mit rotiert und sorgen so für eine
Verengung des Spinalnerven-Austritts, die zu starken Schmerzen führen kann. Auch
bei der Skoliose (Seitenverdrehung der Wirbelsäule) sind die Querfortsätze
erheblich rotiert und können anfangs – im frühen Kindesalter (8.–10. Lebensjahr)
– oft nur mit einem Korsett abgefangen werden.
Dornfortsatz
Der Dornfortsatz (Processus spinosus)
ist ein vom Wirbelbogen ausgehender rückenwärts (dorsal) gerichteter Fortsatz
eines Wirbels.
Die meisten Wirbel haben diesen Fortsatz im Wirbelbogen, allerdings nicht alle,
so hat z. B. der Atlas (erster Halswirbel) keinen. An den Dornfortsätzen setzen
Bänder (Ligamentum interspinale bzw. Ligamentum supraspinale) an sowie ein Teil
der Rückenmuskeln. Man kann sie leicht am Rücken tasten, als feste Erhebungen.
Gelenkfortsätze
Die vier Gelenkfortsätze (Processus articulares) bilden die echten Gelenke zwischen den Wirbeln. Man unterscheidet zwei vordere und zwei hintere Gelenkfortsätze, wobei jeweils der hintere mit dem gleichseitigen vorderen des folgenden Wirbels in Verbindung steht.
Zitzenfortsatz
Der paarige Zitzenfortsatz (Processus mamillaris) kommt nur bei Brust- und Lendenwirbeln vor. Er sitzt auf dem Querfortsatz und zeigt beim Menschen nach oben, bei Tieren entsprechend nach vorn und dient als Muskelansatz.
Zusätzlicher Fortsatz
Der zusätzliche Fortsatz (Processus accessorius) kommt nur an den Lendenwirbeln bei Mensch und Raubtieren vor. Er ist nach unten bzw. bei Tieren hinten (kaudal) gerichtet und sitzt am Wirbelbogen.
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